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"DER FERNE KLANG" VON FRANZ SCHREKER SEMESTERARBEIT
DER MEISTERKLASSE FÜR SZENOGRAPHIE AN DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE
WIEN, WS 2003/04 Es folgt eine Beschreibung meiner Gedanken bei dem Versuch der Umsetzung der Oper in ein Bühnenbild: I. Das erste Bild zeigt die Wohnung der Familie Graumann: für die Darstellung der Familienverhältnisse der Graumanns schien mir "festes Mauerwerk" als Illusion. Da hier aber die kalte Wahrheit vom verwahrlosten Umgang in der Familie beschrieben wird, eine Lebenssituation, die nicht mehr versteckt oder gar geschützt werden will, entschied ich mich, den Raum "umrisshaft" zu gestalten. Indem Tapeten - durch die Jahre vergilbt und abgenutzt - licht über eine gespannte Schnur geworfen sind, als ob sie zum Trocknen aufgehängt worden wären, zeige ich die Tiefe der Armut der Familie - nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch moralisch. Das völlig heruntergekommene Sofa lädt zum Platznehmen an jedem anderen Ort ein, als diesen.
II. Das zweite Bild zeigt den Wald, in welchem Grete sich verirrt und auf die alte Kupplerin trifft. Das Licht schafft eine mysteriöse Stimmung. Als einzige Lichtquelle wird der Boden von unten beleuchtet und wirft so ein verwirrendes, verzerrtes "Schatten-Mosaik" an die Seiten und an die Baumstämme.
III. Das Bordell in Venedig: das Edel-Bordell, in dem auch Grafen zur Klientel gehören, ist großzügig ausgestattet mit privaten Räumlichkeiten, die sich in der oberen Etage befinden. Es hat den Charakter einer venezianischen Markthalle, mit den typischen Kanälen und seinem Pflasterboden. Im unteren Bereich weiden sich die Damen auf gemütlichen Polsterlandschaften. Der Boden wird abermals von unten beleuchtet; das Muster strahlt an die goldenen "Schatten-/Sichtschutzsegel" und elektrisiert Damen und Freier. Zugleich besitzt es eine einengende Wirkung; obwohl der Raum völlig offen steht kann Greta nicht entfliehen. Die Reflexionen scheinen nichts nach draußen dringen zu lassen.
IV. Auf dem vierten Bild sieht man die Terrasse des Theatercafés in der Großstadt. Das Wasser im Boden ist mit Gras- und Kieselflächen bedeckt. Stühle und Tische stehen auf der Terrasse. Gäste, u.a. Grete und Dr. Vigelius sitzen und unterhalten sich.
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