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"DER FERNE
KLANG" VON FRANZ SCHREKER
SEMESTERARBEIT
DER MEISTERKLASSE FÜR SZENOGRAPHIE AN DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE
WIEN, WS 2003/04
PROFESSUR: ERICH WONDER
Bühnenbildentwurf
zum "Fernen Klang" von Franz Schreker von Anneliese Neudecker, Akademie
der Bildenden Künste Wien
"Venedig
an der Autobahn"
In meinem Entwurf geht es um das Schicksal zweier Menschen aus armen Verhältnissen,
die am Rande der Autobahn in einer bedrückenden Plattenbausiedlung leben.
Als "Milieustudie" soll gezeigt werden, wie ein junges Mädchen unter widrigen
Umständen zur Dirne wird. Ihr Freund wiederum setzt sich unter besseren
Voraussetzungen aus dieser verhängnisvollen Siedlung ab und wird eines
Tages ein erfolgreicher Mann. Die Autobahn steht für Gretes und Fritzens
Reise durch das Leben und deren Liebe, die sie immer wieder in der weiten
Welt zusammenführt.
I. AKT
1. Szene: WOHNZIMMER BEI GRAUMANN
Die Graumanns leben in einer Plattenbausiedlung am Stadtrand. Der Vorgarten
ist ihr Wohnzimmer. Direkt rechts neben Graumanns Vorgarten liegt die
Kegelbahn des Gasthofs "Schwan". Man hört am Anfang der Szene nicht nur
das dortige Geschehen, sondern sieht auch die kegelnden Männer. Die Kegelrunde
stürmt anschließend durch eine riesige zerbrochene Glasscheibe des "Schwans"
hinüber ins "Wohnzimmer". Grete verschwindet wie durch Zauberhand durch
Graumanns Eingangstüre und folgt einem grellen Lichtschein...


2. Szene:
WALDSZENE
Die Plattenbausiedlung liegt sowohl am Rande der Stadt, als auch am Rande
einer Autobahn (=Wald). Grete läuft ziellos Richtung Autobahn. Vielleicht
zog es auch Fritz in diese Gegend? Dort überlegt sie, sich umzubringen,
indem sie sich vor die rasenden Autos wirft. Die Straßenbeleuchtung steht
für Schrekers sogenannten "nächtlichen Waldzauber", der Grete durch einen
Lichtwechsel vom Selbstmord abhalten soll. An einem Parkplatz trifft Grete
das merkwürdige alte Weib. Im Hintergrund scheint schon "Venedig" durch
den Portalschleier und fährt aus dem Bühnenunterboden hoch...

II. AKT:
VENEDIG
Die Autobahn führte Greta nach Venedig. Das Edelbordell "la casa di maschere"
liegt auf dem Lido, abgetrennt von der Außenwelt durch Paravents und das
Meer. Strandhütten werden als Separées genützt. Greta kommt überraschend
aus einer Hütte hervor und wird als Star gefeiert. Ihre Freier treten
über das Wasser oder aus dem Hintergrund auf. Sie hätte sich nie erträumt,
aus ihrem verarmten Elternhaus an so einem Ort des Luxus zu landen. Dennoch
ist sie unglücklich...


III. AKT
1. Szene: THEATERCAFÉ
Die Theatercafé-Szene spielt auf einer Terrasse neben dem Theater in dem
Fritzens Oper "Die Harfe" uraufgeführt wird. Vorerst herrscht düstere
Stimmung, als Grete in das Lokal geführt wird. Die Terrasse liegt direkt
an der Straße, sodass auch "ein zweifelhaftes Individuum" guten Zutritt
bekommt, um sich an Grete heranzumachen. Sobald die ersten Menschen aus
dem Theater kommend das Café betreten und Grete realisiert, dass sie bald
ihren Fritz mit Hilfe von Dr. Vigelius wiedersehen wird, erhellt sich
die Stimmung...

2. Szene:
FRITZENS ZIMMER
Die Terrasse des Theatercafés fährt hoch, zwei Wände öffnen sich zur Seite
und Fritzens Arbeitszimmer erscheint in grellem Licht. Krankenhausatmosphäre
deutet auf Fritzens Krankheit hin. Grete betritt den Raum aus einem linken
hinteren Eingang. Fritz stirbt in ihren Armen.


1. ENTWURF
zum II. AKT: VENEDIG
Über die Autobahn kam Grete in das Motel "la casa di maschere", ein geheimes
Edelbordell, wo sie nun als Primadonna umschwärmt wird. Dieses Motel wirkt
von der Welt abgeschieden, da es nur über die pulsierende Straße zu betreten
ist - wie eine Insel, die nur ein Schiff erreichen kann. Fritz kommt auf
seiner Reise und Suche nach dem Klang vorbei, um dort Rast zu machen...

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