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Franz Schreker
(1878 - 1934)
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Franz Schreker Foundation
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"DER FERNE KLANG" VON FRANZ SCHREKER

SEMESTERARBEIT DER MEISTERKLASSE FÜR SZENOGRAPHIE AN DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE WIEN, WS 2003/04
PROFESSUR: ERICH WONDER

Bühnenbildentwurf zum "Fernen Klang" von Franz Schreker von Anneliese Neudecker, Akademie der Bildenden Künste Wien

"Venedig an der Autobahn"
In meinem Entwurf geht es um das Schicksal zweier Menschen aus armen Verhältnissen, die am Rande der Autobahn in einer bedrückenden Plattenbausiedlung leben. Als "Milieustudie" soll gezeigt werden, wie ein junges Mädchen unter widrigen Umständen zur Dirne wird. Ihr Freund wiederum setzt sich unter besseren Voraussetzungen aus dieser verhängnisvollen Siedlung ab und wird eines Tages ein erfolgreicher Mann. Die Autobahn steht für Gretes und Fritzens Reise durch das Leben und deren Liebe, die sie immer wieder in der weiten Welt zusammenführt.

I. AKT 1. Szene: WOHNZIMMER BEI GRAUMANN
Die Graumanns leben in einer Plattenbausiedlung am Stadtrand. Der Vorgarten ist ihr Wohnzimmer. Direkt rechts neben Graumanns Vorgarten liegt die Kegelbahn des Gasthofs "Schwan". Man hört am Anfang der Szene nicht nur das dortige Geschehen, sondern sieht auch die kegelnden Männer. Die Kegelrunde stürmt anschließend durch eine riesige zerbrochene Glasscheibe des "Schwans" hinüber ins "Wohnzimmer". Grete verschwindet wie durch Zauberhand durch Graumanns Eingangstüre und folgt einem grellen Lichtschein...

2. Szene: WALDSZENE
Die Plattenbausiedlung liegt sowohl am Rande der Stadt, als auch am Rande einer Autobahn (=Wald). Grete läuft ziellos Richtung Autobahn. Vielleicht zog es auch Fritz in diese Gegend? Dort überlegt sie, sich umzubringen, indem sie sich vor die rasenden Autos wirft. Die Straßenbeleuchtung steht für Schrekers sogenannten "nächtlichen Waldzauber", der Grete durch einen Lichtwechsel vom Selbstmord abhalten soll. An einem Parkplatz trifft Grete das merkwürdige alte Weib. Im Hintergrund scheint schon "Venedig" durch den Portalschleier und fährt aus dem Bühnenunterboden hoch...

II. AKT: VENEDIG
Die Autobahn führte Greta nach Venedig. Das Edelbordell "la casa di maschere" liegt auf dem Lido, abgetrennt von der Außenwelt durch Paravents und das Meer. Strandhütten werden als Separées genützt. Greta kommt überraschend aus einer Hütte hervor und wird als Star gefeiert. Ihre Freier treten über das Wasser oder aus dem Hintergrund auf. Sie hätte sich nie erträumt, aus ihrem verarmten Elternhaus an so einem Ort des Luxus zu landen. Dennoch ist sie unglücklich...

III. AKT 1. Szene: THEATERCAFÉ
Die Theatercafé-Szene spielt auf einer Terrasse neben dem Theater in dem Fritzens Oper "Die Harfe" uraufgeführt wird. Vorerst herrscht düstere Stimmung, als Grete in das Lokal geführt wird. Die Terrasse liegt direkt an der Straße, sodass auch "ein zweifelhaftes Individuum" guten Zutritt bekommt, um sich an Grete heranzumachen. Sobald die ersten Menschen aus dem Theater kommend das Café betreten und Grete realisiert, dass sie bald ihren Fritz mit Hilfe von Dr. Vigelius wiedersehen wird, erhellt sich die Stimmung...

2. Szene: FRITZENS ZIMMER
Die Terrasse des Theatercafés fährt hoch, zwei Wände öffnen sich zur Seite und Fritzens Arbeitszimmer erscheint in grellem Licht. Krankenhausatmosphäre deutet auf Fritzens Krankheit hin. Grete betritt den Raum aus einem linken hinteren Eingang. Fritz stirbt in ihren Armen.

1. ENTWURF zum II. AKT: VENEDIG
Über die Autobahn kam Grete in das Motel "la casa di maschere", ein geheimes Edelbordell, wo sie nun als Primadonna umschwärmt wird. Dieses Motel wirkt von der Welt abgeschieden, da es nur über die pulsierende Straße zu betreten ist - wie eine Insel, die nur ein Schiff erreichen kann. Fritz kommt auf seiner Reise und Suche nach dem Klang vorbei, um dort Rast zu machen...