|
Schreker-Veranstaltungen ++
Premiere "Irrelohe"
+++++++++++++++++++++++++++++++++++ -> Premiere "Irrelohe" an der Volksoper Wien IRRELOHE.
Oper in drei Akten Premiere: Samstag, 16. Oktober 2004, 19.30 Uhr Weitere Termine: 20., 24. und 31. Oktober; 10. und 28. November; 1., 5. und 17. Dezember 2004 Karten:
+43/1/513 1 513 www.volksoper.at Musikalische
Leitung: Dietfried Bernet Graf
Heinrich, Herr auf Irrelohe - John
Uhlenhopp Graf Heinrich bewohnt das Schloss Irrelohe. Auf seiner Familie lastet seit Generationen ein Fluch: Immer wieder haben sich die Grafen des Geschlechts Irrelohe zu sexuellen Exzessen hinreißen lassen. Heinrichs Vater hat vor 30 Jahren eine junge Frau im Dorf, Lola, auf deren Hochzeitsfeier vergewaltigt. Aus dieser Vergewaltigung ist ein Kind hervorgegangen: Peter.
70 Jahre nach Schrekers Tod, 80 Jahre nach der Kölner Uraufführung unter Otto Klemperer, präsentiert die Volksoper "Irrelohe" als szenische Österreichische Erstaufführung. Die szenische Erstaufführung in Österreich von Schrekers 1924 uraufgeführter Oper "Irrelohe" an der Volksoper Wien ist einem österreichischen Team anvertraut: dem Dirigenten Dietfried Bernet (zuletzt u. a. Festspiele in Glyndebourne, Staatsoper, Königliche Oper Stockholm) und dem jungen Regisseur Olivier Tambosi, der nach eminenten Erfolgen an der New Yorker Metropolitan Opera, der Lyric Opera Chicago oder dem Royal Opera House Covent Garden in London erstmals an einer großen Bühne seiner Heimatstadt arbeitet. "Irrelohe", die packende Story eines fluchbeladenen Schlosses und seiner Bewohner, wird im Rahmen des Schwerpunktes "Wieder entdeckte Musik" gezeigt. Mittwoch, 13. Oktober 2004, 20.00 Uhr VOR DER PREMIERE ... IRRELOHE Einführungsabend mit zahlreichen Künstlern aus der Produktion, die Kostproben aus der bevorstehenden Premiere darbieten werden. Moderation: Birgit Meyer ->
Symposium "Entartete Musik - Wieder entdeckt" Im Mai 1938 eröffneten nationalsozialistische Kulturpolitiker in Düsseldorf eine Ausstellung mit dem Titel "Entartete Musik". Auf dem Plakat zur Ausstellung war ein schwarzer Saxophonspieler abgebildet - und damit gleich ein Musikstil ins Bild gebracht, der unter diesem Begriff diffamiert wurde: Der Jazz, der in den 20er Jahren seinen Siegeszug von New Orleans über New York nach Europa angetreten hatte. Ebenso fielen die gesamte atonale Musik und vor allem Werke jüdischer Komponisten unter die von den Nazis als "entartet" verbotene Musik. Die meisten der betroffenen Musiker gingen ins Exil - sofern dies noch rechtzeitig möglich war. Ein enormer Verlust für das europäische Musikleben war die Folge und betraf Oper und Operette genauso wie das gesamte Konzertrepertoire, den Schlager und das Kabarett. Zahlreiche Künstler und ihre Musik gerieten durch das Aufführungsverbot für lange Zeit in Vergessenheit. Die Volksoper Wien zeigt in dieser Saison gleich vier Werke, die ehemals den Stempel "entartet" trugen: "Irrelohe" von Franz Schreker (Premiere am 16.10.), "Die Vögel" von Walter Braunfels (Wiederaufnahme ab 1. 11.), "Der König Kandaules" von Alexander Zemlinsky (Wiederaufnahme ab 7.11.) sowie "Die Herzogin von Chicago" von Emmerich Kálmán (Premiere am 11.12). Ein Symposium in der Volksoper vom 14. bis 15. Oktober 2004 beschäftigt sich eingehend mit den gespielten Werken und soll einen Einblick in das vielschichtige Thema "Entartete Musik - Wieder entdeckt" geben. Hochkarätige Referenten, die in den letzten Jahren durch ihre Arbeit viel zur Wiederentdeckung beigetragen haben, werden Ihnen die Werke, Ihre Komponisten sowie die Entstehungszeit der Werke, näher bringen. Musikalische Beiträge umrahmen das Programm. Zum Programm (PDF) ->
Schreker-Ausstellung am Jüdischen Museum Wien 1933 entfernten ihn die Nationalsozialisten aus allen Ämtern und verboten die Aufführung seiner Werke - er starb kurz darauf an einem Schlaganfall. Die Ausstellung bietet einen einmaligen Blick in die Musik- und Operngeschichte am Scheideweg zwischen Jugendstil in Wien und Neuer Sachlichkeit in Berlin, zwischen Romantik und Moderne - in die Kulturgeschichte einer bewegten Epoche. Sie thematisiert anhand von Schrekers Vater auch die Befindlichkeiten der Juden und ihr Streben nach Emanzipation und Assimilation. Erstmals gezeigt werden große Teile seines Nachlasses wie Partituren, Handschriften, persönliche Dokumente und Fotos historischer Aufführungen. Ein Audioguide macht den Rundgang auch zum akustischen Erlebnis. Parallel zur Ausstellung erscheint zum Preis von 29,90 Euro ein gleichnamiges Buch im Wiener Mandelbaum Verlag (ISBN 3-85476-133-3), das auch zwei CDs enthält. |