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Franz Schreker
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Schreker-Veranstaltungen

++ Premiere "Irrelohe"
++ Symposium "Entartete Musik - wieder entdeckt"
++ Schreker-Ausstellung Jüdisches Museum Wien

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-> Premiere "Irrelohe" an der Volksoper Wien

IRRELOHE. Oper in drei Akten
Text und Musik von Franz Schreker

Szenische Erstaufführung in Österreich

Premiere: Samstag, 16. Oktober 2004, 19.30 Uhr

Weitere Termine: 20., 24. und 31. Oktober; 10. und 28. November; 1., 5. und 17. Dezember 2004

Karten: +43/1/513 1 513
Information: +43/1/514 44-3670

www.volksoper.at
tickets@volksoper.at

Musikalische Leitung: Dietfried Bernet
Inszenierung: Olivier Tambosi
Ausstattung: Frank-Philipp Schlößmann

Graf Heinrich, Herr auf Irrelohe - John Uhlenhopp
Der Förster - Markus Raab
Eva, seine Tochter - Heidi Brunner
Die alte Lola - Anne Gjevang
Peter, ihr Sohn - Wolfgang Koch
Christobald, ein Hochzeitsspieler - Thomas Piffka /  Kurt Schreibmayer
Der Pfarrer - Lars Woldt
Der Müller - Sorin Coliban
Fünkchen - Karl-Michael Ebner
Strahlbursch - Einar Gudmundsson
Ratzekahl - Josef Wagner
Anselmus, Hauswart auf Irrelohe - Rudolf Wasserlof
Ein Lakai - Christian Drescher

Graf Heinrich bewohnt das Schloss Irrelohe. Auf seiner Familie lastet seit Generationen ein Fluch: Immer wieder haben sich die Grafen des Geschlechts Irrelohe zu sexuellen Exzessen hinreißen lassen. Heinrichs Vater hat vor 30 Jahren eine junge Frau im Dorf, Lola, auf deren Hochzeitsfeier vergewaltigt. Aus dieser Vergewaltigung ist ein Kind hervorgegangen: Peter.

Zu Beginn des Stücks taucht der damalige Bräutigam der jungen Frau, Christobald, wieder auf und will sich am Sohn des alten Grafen rächen. Nun wiederholt sich die alte Geschichte: So wie vor 30 Jahren der alte Graf Christobald die Frau "genommen" hat, nimmt jetzt der junge Graf, Heinrich, Peter die große Liebe seines Lebens. Peter liebt Eva, die Tochter des Försters. Nachdem Eva dem Grafen Heinrich zufällig im Wald begegnet, entsteht eine eigentümlich wilde, leidenschaftliche Liebe zwischen den beiden. Auf der Hochzeit von Eva und Heinrich kommt es zur Katastrophe: Peter, der nicht fassen kann, dass er Eva an das Geschlecht derer von Irrelohe verloren hat, die schon das Leben seiner Mutter zerstört haben, versucht die Hochzeit zu verhindern und wird dabei im Streit von Heinrich erstochen. Gleichzeitig setzt Christobald das Schloss Irrelohe in Brand. Die lodernden Flammen vor Augen schreiten Eva und Heinrich in ein neues Leben.

70 Jahre nach Schrekers Tod, 80 Jahre nach der Kölner Uraufführung unter Otto Klemperer, präsentiert die Volksoper "Irrelohe" als szenische Österreichische Erstaufführung.

Die szenische Erstaufführung in Österreich von Schrekers 1924 uraufgeführter Oper "Irrelohe" an der Volksoper Wien ist einem österreichischen Team anvertraut: dem Dirigenten Dietfried Bernet (zuletzt u. a. Festspiele in Glyndebourne, Staatsoper, Königliche Oper Stockholm) und dem jungen Regisseur Olivier Tambosi, der nach eminenten Erfolgen an der New Yorker Metropolitan Opera, der Lyric Opera Chicago oder dem Royal Opera House Covent Garden in London erstmals an einer großen Bühne seiner Heimatstadt arbeitet.

"Irrelohe", die packende Story eines fluchbeladenen Schlosses und seiner Bewohner, wird im Rahmen des Schwerpunktes "Wieder entdeckte Musik" gezeigt.

Mittwoch, 13. Oktober 2004, 20.00 Uhr

VOR DER PREMIERE ... IRRELOHE

Einführungsabend mit zahlreichen Künstlern aus der Produktion, die Kostproben aus der bevorstehenden Premiere darbieten werden. Moderation: Birgit Meyer

-> Symposium "Entartete Musik - Wieder entdeckt"
14.-15. Oktober 2004; Volksoper Wien

Im Mai 1938 eröffneten nationalsozialistische Kulturpolitiker in Düsseldorf eine Ausstellung mit dem Titel "Entartete Musik". Auf dem Plakat zur Ausstellung war ein schwarzer Saxophonspieler abgebildet - und damit gleich ein Musikstil ins Bild gebracht, der unter diesem Begriff  diffamiert wurde: Der Jazz, der in den 20er Jahren seinen Siegeszug von New Orleans über New York nach Europa angetreten hatte. Ebenso fielen die gesamte atonale Musik und vor allem Werke jüdischer Komponisten unter die von den Nazis als "entartet" verbotene Musik. Die meisten der betroffenen Musiker gingen ins Exil - sofern dies noch rechtzeitig möglich war. Ein enormer Verlust für das europäische Musikleben war die Folge und betraf Oper und Operette genauso wie das gesamte Konzertrepertoire, den Schlager und das Kabarett. Zahlreiche Künstler und ihre Musik gerieten durch das Aufführungsverbot für lange Zeit in Vergessenheit.

Die Volksoper Wien zeigt in dieser Saison gleich vier Werke, die ehemals den Stempel "entartet" trugen: "Irrelohe" von Franz Schreker (Premiere am 16.10.), "Die Vögel" von Walter Braunfels (Wiederaufnahme ab 1. 11.), "Der König Kandaules" von Alexander Zemlinsky (Wiederaufnahme ab 7.11.) sowie "Die Herzogin von Chicago" von Emmerich Kálmán (Premiere am 11.12).

Ein Symposium in der Volksoper vom 14. bis 15. Oktober 2004  beschäftigt sich eingehend mit den gespielten Werken und soll einen Einblick in das vielschichtige Thema "Entartete Musik - Wieder entdeckt" geben.

Hochkarätige Referenten, die in den letzten Jahren durch ihre Arbeit viel zur Wiederentdeckung beigetragen haben, werden Ihnen die Werke, Ihre Komponisten sowie die Entstehungszeit der Werke, näher bringen. Musikalische Beiträge umrahmen das Programm.

Zum Programm (PDF)

-> Schreker-Ausstellung am Jüdischen Museum Wien

JÜDISCHES MUSEUM WIEN
Franz Schreker: Grenz Gänge, Grenz Klänge
Eine Ausstellung im Rahmen der Reihe Musik des Aufbruchs
15. Dezember 2004 - 24. April 2005

Franz Schreker (1878-1934) war mit Werken wie "Der ferne Klang", "Die Gezeichneten", "Der Schatzgräber" und "Irrelohe" einer der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Generation. Seine betörende Klangwelt eröffnete Perspektiven, die erst Jahrzehente später, etwa in der Musik Witold Lutoslawskis oder György Ligetis weiterentwickelt wurden. Schrekers gewagte Operndramaturgie nimmt die Bildsprache des Films vorweg. Er schrieb seine Libretti selbst und thematisierte darin eine Welt im Umbruch. Der in Monaco geborene Sohn eines jüdischen Hoffotografen aus Böhmen und einer Mutter aus altösterreichischer Adelsfamilie spürte schon in seiner Jugend die Widersprüche der untergehenden Donaumonarchie. Die Laufbahn des Schülers von Robert Fuchs und Arnold Rosé begann in Wien u.a. als Dirigent der Uraufführung von Arnold Schönbergs Gurre-Liedern. Zu seinen Schülern gehörten die Komponisten Ernst Krenek, Karol Rathaus und Alois Haba sowie die Dirigenten Jascha Horenstein, Josef Rosenstock und Hans Schmidt-Isserstedt. 1920 wurde er zum Direktor der Berliner Musikhochschule ernannt, die er zu Weltruhm führte.
1933 entfernten ihn die Nationalsozialisten aus allen Ämtern und verboten die Aufführung seiner Werke - er starb kurz darauf an einem Schlaganfall. Die Ausstellung bietet einen einmaligen Blick in die Musik- und Operngeschichte am Scheideweg zwischen Jugendstil in Wien und Neuer Sachlichkeit in Berlin, zwischen Romantik und Moderne - in die Kulturgeschichte einer bewegten Epoche. Sie thematisiert anhand von Schrekers Vater auch die Befindlichkeiten der Juden und ihr Streben nach Emanzipation und Assimilation.
Erstmals gezeigt werden große Teile seines Nachlasses wie Partituren, Handschriften, persönliche Dokumente und Fotos historischer Aufführungen. Ein Audioguide macht den Rundgang auch zum akustischen Erlebnis. Parallel zur Ausstellung erscheint zum Preis von 29,90 Euro ein gleichnamiges Buch im Wiener Mandelbaum Verlag (ISBN 3-85476-133-3), das auch zwei CDs enthält.