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Franz
Schreker und seine Schüler - Bericht zum Symposium
Franz Schreker und seine Schüler. Symposium und Konzerte 23. bis 25. Oktober 2003 Eine Veranstaltung der Universität der Künste Berlin Konzeption: Rainer Cadenbach, Markus Böggemann, Dietmar Schenk Die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind vielleicht die ereignisreichsten und produktivsten der musikalischen Moderne überhaupt und die Berliner Musikhochschule hatte daran keinen geringen Anteil. 1920, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, folgte Franz Schreker (1878-1934) dem Ruf, die Direktion der Berliner Hochschule und die Leitung einer Kompositionsklasse zu übernehmen, die eine Anziehungskraft ohnegleichen auf junge Musiker ausübte. War Schreker selbst mit seinen Opern einer der erfolgreichsten und zugleich skandalträchtigsten Komponisten seiner Zeit, so spiegelt sich in seinen Schülern die ganze Breite des damaligen musikalischen Schaffens: Spätromantisches steht neben Experimenten mit Vierteltönen, Jazz-Einflüsse neben Musik für den aufkommenden Tonfilm, Schlager neben politisch engagierter Kunst. Diese Vielzahl von Einflüssen gelangte innerhalb seiner Kompositionsklasse zur mannigfacher Entfaltung, obwohl (oder gerade weil) sie keinesfalls seiner persönlichen ästhetischen Orientierung entsprachen, die wesentlich dem Wiener Fin de siècle verpflichtet blieb. Die Konstellation ist also die eines Generationskonflikts, der darüber hinaus eine fundamentalere Epochenschwelle zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert greifbar werden läßt.Die meisten von Schrekers Schülern gerieten nach 1933 in Vergessenheit. Namen wie Karol Rathaus, Felix Petyrek, Ignace Strasfogel, Berthold Goldschmidt, Max Brand oder Wilhem Grosz repräsentieren eine lost generation, die es trotz intensiverer Bemühungen in den letzten Jahren erst noch wiederzuentdecken gilt. Das Symposium versteht sich als ein Beitrag dazu. Jenseits von Heroengeschichtsschreibung verspricht es einen Zugang zur musikalischen Moderne, der kulturelle Kontexte in den Blick nimmt und anhand von Fallbeispielen ihre faktische Pluralität aufzeigt. Programm Donnerstag,
den 23. Oktober 2003 Eröffnung 19.30 Uhr Konzertsaal Bundesallee Konzert IErnst Krenek
(1900-1991): Violinsonate Nr.2, op.99 Marianne Boettcher, Violine / Kensei Yamaguchi, Klavier - - Pause - - Wilhelm Grosz (1894-1939): Violinsonate op. 6 (1918/1926)Christoph Schickedanz, Violine / Dieter Lallinger, Klavier Moderation: Markus Böggemann Freitag, den 24. Oktober 2003 Symposium I - Franz Schrekers Berliner Jahre10 - 12.30 Uhr Kammersaal Fasanenstraße Gösta Neuwirth:
Franz Schreker als Lehrer 15 - 17.30 Uhr Kammersaal Fasanenstraße Stephan Weinzierl:
Tonaufnahmen von Schrekers Opern 19.30 Uhr Konzertsaal Bundesallee Konzert II - Streichquartette polnischer Schreker-SchülerJerzy Fitelberg
(1903-1951): Streichquartett Nr. 2 (1928) Tomasz Tomaszewski,
Violine Moderation: Rainer Cadenbach Samstag, den 25. Oktober 2003 Symposium II - Berliner Schreker-Schüler10 12.30 Uhr Kammersaal Fasanenstraße Rainer Cadenbach:
Berliner Streichquartette polnischer Schreker-Schüler 15 - 17.30 Uhr Kammersaal Fasanenstraße Michael Heinemann:
Mythische Maschinen. Zu Max Brands Maschinist Hopkins 19.30 Uhr Konzertsaal Bundesallee Konzert III - Franz Schreker und seine Schüler Kolja Lessing, Klavier und Moderation Franz Schreker
(1878-1934) / Ignace Strasfogel (1909-1994) - - Pause - - Karol Rathaus (1895-1951): 1. Klaviersonate op. 2 c-moll (1920) Sonntag, den 26. Oktober 2003 10.00 Uhr Kammersaal Fasanenstraße Öffentliche Abschlussdiskussion: Franz Schreker für Berlin Moderation: Rainer Cadenbach |